Die Kirche besteht aus einem weißen Kubus von 13x13x13m, dem im Osten der Altarraum, im Norden die Sakristei und im Westen ein Eingangsraum angefügt ist. Die Westfassade wird durch das große, ovale Michael-Fenster geprägt. Der sich 23m nach oben reckende Turm der Kirche ist als zentraler Dachreiter gestaltet.
Innen und außen bewahrt die Kirche ihren schlichten Kapellencharakter. Sie ist aber doch ein Gotteshaus mittlerer Größe, das mehr als 250 Besuchenden Platz bieten kann.
Mit ihrem äußeren Erscheinungsbild und ihrer Lage am Urstromtal der Elbe nimmt die "St. Michael Kirche" die alte Tradition der Michael-Kirchen in Europa auf, wie sie früher vielfach an Meeren und Flüssen errichtet wurden. Man denke unter anderen an Mont St. Michel vor der bretonischen Küste in Frankreich oder an die St. Michaelis Kirche in Hamburg. Der "Erzengel Michael" galt schon immer als Wächter gegen Unheil bringende Wasserfluten.
Der Park mit seinen hohen, alten Bäumen im Umkreis der Kirche stellte den Architekten Langmaack vor die Aufgabe, einen Bau zu schaffen, der sich einerseits dem Landschaftsbild gut einfügt und sich andererseits wirkungsvoll abhebt. Der weiße Außenanstrich bildet einen kräftigen Kontrast zum Grün des Rasens und der Bäume. Die Einbindung in den Park wird durch die als rohe Baumstämme ausgebildeten Säulen erreicht, die das ausladende Dach des Vorraumes (Porticus) tragen; außerdem durch die Bedachung des Kirchturmes mit Holzschindeln und durch die Bruchsteinplatten vor dem Eingang der Kirche.
Man betritt die Kirche durch einen hellen, Licht durchfluteten Vorraum, den eine "Glaswand" von dem eigentlichen Kirchenraum trennt. Bei stark besuchten Gottesdiensten können die Wände beiseite geschoben werden, sodass weitere 50 Gottesdienstbesuchende Platz finden.
Durch eine verglaste Doppeltür betritt man den Hauptraum der Kirche, der die Innenmaße von 13x13x13m aufweist. Die festen, starken Mauern verdeutlichen die "feste Burg", die unser Gott ist (Ps. 18, Verse 2,3), und das "Dreifachmaß" erinnert an die "Dreifaltigkeit Gottes".
Ganz von selbst richtet sich der Blick beim Betreten der Kirche auf den Altarraum, den "Chor". Er ist mit vier Stufen aus dem Niveau des allgemeinen Kirchenraumes herausgehoben. Dort befinden sich die wichtigsten Stätten des Gottesdienstes: Altar und Kanzel. Ein großes, schlichtes Holzkreuz an der Ostwand des Chores zieht den Blick besonders auf sich. Bei eingeschalteter Beleuchtung entsteht durch die Schatten des hölzernen Kreuzes ein Bild, das an Golgatha erinnert.
Das Tageslicht aus großen, farbig verglasten Fenstern in den oberen Wandflächen erhellt den Kirchenraum. Den Deckenabschluss bildet eine weiß lasierte, akustisch wirksame Kassettendecke.
Besuchende werden sich der Wirkung von Licht und Raum nicht entziehen können. Durch das Gefühl, das der hohe Raum mit dem von oben einfallenden Licht und der hellen Decke vermittelt, werden die Größe und Weisheit Gottes, aber auch die Grenzen menschlicher Vernunft spürbar.
Die Orgel umrahmt das Westfenster zur Hälfte und fügt sich mit ihrem asymetrischen Orgelprospekt gut in das Gesamtbild der Kirche ein. Sie steht auf einer Empore, die fest im Mauerwerk verankert ist. Eine weitere Empore, die an kräftigen Drahtseilen hängt, bietet dem Spieltisch und etwa 25 Sänger:innen bzw. Musiker:innen Platz.
Die von dem Hamburger Orgelbauer Grollmann erstellte Orgel wurde am 23. August 1959 eingeweiht und 1991 durch die Firma Rudolf von Beckerrath renoviert und umintoniert. Der Spieltisch umfasst 2 Manuale und das Pedal. Die 14 Register, 1 Tremulant und fast 1000 Pfeifen verleihen ihr, trotz der kleinen Ausmaße, Klangfülle und reiche Variationsmöglichkeiten. Dieses Schmuckstück der Orgelbaukunst ist aus Gottesdienst und Kirchenmusik nicht wegzudenken.
Das grüne Antependium (Vorhang am Altar) wurde von der Hamburgerin Edith Sticker entworfen und von der Paramentik im Stift Bethlehem, Ludwigslust im Januar 1997 gewebt. Grün ist die Farbe des Lebens, des Wachstums und der Hoffnung. So gestalten sich die Farben des Tuches in verschiedenen Grünabstufungen und Formen. Ein dunkles, sattes Grün rahmt die helle Lichtbahn ein. In ihr und zugleich auf ihr wachsen leicht gelbgrüne Weiß-Schattierungen dem großen Bogenkreis entgegen.
Der Halbkreis im unteren Bogen wirkt wie ein gefülltes Glas. Die große hellaufscheinde Öffnung am oberen Rand des Tuches wirkt wie ein empfangenes Zeichen, wie im Gebet nach oben geöffnete Arme. Das hineinfließende Weiß durchwirkt die lebendige Bahn mit Licht. Im Weiß spiegeln sich die Herrlichkeit und der Glanz Gottes wider. Gott, der Ursprung des Lichtes und der Farbe ist.
Durch das Weben ist absichtslos eine neue, nicht geplante Figur entstanden. In Hellblau eingefasstes Weiß wirkt wie ein Kopf. Ein dunklerer kleiner Grünfleck wie ein Schatten darunter. Zwei helle Bogenformen wirken wie weit ausgebreitete, sich bewegende Arme. Der Leib: eine Farbfülle, sich ausbreitend und gebend. "Christi Leib für uns gegeben." Es entsteht das Gefühl, einem grünenden Christus zu begegnen. Ein seltenes Zeichen in unserer Kirchentradition.
Es wurde von einer finnischen Textildesignerin entworfen und als Brockatstickerei mit silbernen und goldenen Fäden auf champagnerfarbiger Seide ausgeführt. Das Antependium des Altars zeigt einen goldenen Fisch in silbrig schimmerndem Wasser. Vom Fisch breiten sich konzentrische Kreise aus. An der Kanzel sehen wir einen Kreis wie eine Sonne, aber mit nach innen gerichteten Strahlen, die im Zentrum des Kreises einen sechstrahligen Kreis ergeben. Am Lesepult wird der Kreis als Lichtmotiv wieder aufgenommen, mit nach unten gerichteten goldenen Strahlen, von denen das Licht gleichsam in konzentrischen Kreisen und Wellen fortflutet.
Das violette Antependium wurde von der Bergedorfer Bildweberin Frau Helga Rodewald aus Wolle gewebt. Aus dem Antependium am Altar flutet unter einem Bogen, aus einem Tor gleichsam das Licht heraus. "Ich bin das Licht der Welt" ist hier eindrucksvoll dargestellt, wie es am Antependium der Kanzel zu lesen ist.